Ryanair hat für Mittwoch und Donnerstag wegen eines Streiks des Flugpersonals 600 Flüge abgesagt. Rund 100.000 Passagiere sind davon betroffen. Wir erklären, was Reisende jetzt wissen müssen und welche Rechte Sie haben, wenn Ihr Flug gecancelt wird.

Bei Ryanair spitzt sich der Konflikt mit dem fliegenden Personal zu: Nach den irischen Piloten streiken nun die Flugbegleiter in mehreren europäischen Ländern wie Spanien, Portugal, Belgien und möglicherweise auch Italien. Die Billigairline hat daher für diese Woche 600 von insgesamt 2400 geplanten Flügen abgesagt. Betroffen seien je rund 50.000 Passagiere am Mittwoch und am Donnerstag (25./26. Juli), teilte die Fluggesellschaft über Twitter mit. FOCUS Online beantwortet die wichtigsten Fragen für Passagiere.

1. Welche Flüge sind betroffen?

Das ist bislang unklar. Der Billigflieger nennt bisher keine Details zu den streikbedingten Flugausfällen. „Wir schlüsseln diese Informationen nicht nach einzelnen Märkten oder Flughäfen auf“, erklärte Unternehmenssprecher Robin Kiely. Damit bleibt zunächst ungewiss, welche Flüge von und nach Deutschland wegen der Flugbegleiterstreiks am kommenden Mittwoch und Donnerstag gestrichen werden.

2. Kann ich im Streikfall meinen Flug stornieren oder umbuchen?

Erster Ansprechpartner für Flugreisende ist grundsätzlich immer die Fluggesellschaft, bei Pauschalreisen aber der Reiseveranstalter. Einen streikbedingt gestrichenen Flug können Passagiere stornieren und erhalten dann den Ticketpreis zurück. Wer trotzdem fliegen will, hat Anspruch auf einen späteren Flug. Das kann aber dauern, bis der Streik vorbei ist – und mitunter auch länger, weil ein Rückstau entstehen kann. Bei langen Ausständen muss die Fluggesellschaft eine Ersatzbeförderung organisieren, zum Beispiel mit der Bahn oder mit Bussen.

3. Erhalte ich eine Entschädigung?

Bei Annullierung, Überbuchung oder Verspätung ab drei Stunden haben Passagiere zwar laut EU-Verordnung Anspruch auf eine Entschädigung von bis zu 600 Euro – aber nur, wenn kein „außergewöhnlicher“ Umstand daran schuld ist. Die Fluggesellschaften werten Streiks – wie zum Beispiel auch miserables Wetter – aber als außergewöhnlichen Umstand. Eine Entschädigung gibt es daher nicht.

4. Was steht mir zu, wenn sich mein Flug verspätet?

Verspätet sich der Flug wegen des Streiks, stehen Betroffenen bestimmte Leistungen zu. Bei einer kürzeren Flugstrecke von maximal 1500 Kilometern haben die Passagiere ab einer Verspätung von zwei Stunden Anspruch auf Betreuungsleistungen, also Telefonate, Getränke und Mahlzeiten.

Ist der Flug zwischen 1500 und 3500 Kilometer lang, greift die Vorschrift ab einer Verspätung von drei Stunden, bei Langstreckenflügen von 3500 und mehr Kilometern liegt die Grenze bei vier Stunden. Gegebenenfalls muss auch eine Übernachtung im Hotel bezahlt werden.

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